Eine Beurteilung

Büchners Spiel mit Goethemustern (Buchcover, klein 13KB)

 
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 durch Alfons Glück

 
Über die Studie "Büchners Spiel mit Goethemustern" schrieb der Büchnerforscher Alfons Glück (Marburg) unter anderem:

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Auf zwei Abschnitte muss ich noch besonders hinweisen:

Erstens: Auf den Abschnitt über "Lenz", und hier bes. auf Weilands neue Hypothese, das Textzeichen (Querstrich) in Gutzkows Erstdruck, das bisher allgemein als ein Zeichen für eine Textlücke gelesen worden ist, bedeute in Wirklichkeit: Wechsel der Erzählperspektive - genau wie vor der Schlußszene von Goethes "Werther"! Falls sich diese Hypothese als zutreffend herausstellen sollte, wäre das eine Textentdeckung, wie sie an einem vielbesprochenen Werk, wie Büchners "Lenz", nicht oft vorkommen dürfte.

Zweitens möchte ich hinweisen auf die literaturtheoretischen Abschnitte und hier besonders auf die "Fachwortrevision: Die Anspielung im Unterschied zum Zitat". Darin werden zwei in der Büchner-Forschung auf Schritt und Tritt angewendete Kategorien sorgfältig neu bestimmt und gegeneinander abgegrenzt. Diese 10 Seiten, die man vielleicht meisterhaft nennen darf, könnten eine verbreitete Verwirrung und logische Desorganisation beheben (wenn sie beherzigt werden).

In der Summe: Es handelt sich um eine kluge und orginelle Studie, die einen Beitrag leistet zur Erkenntnis von Büchners dramatischer Technik, wie sie der junge Dramatiker unter dem Einfluss seines Vorbildes Goethe ausgebildet und entwickelt hat. Wir wollen erfahren, wie Büchner es "gemacht" hat. Goethe hat gesagt (in "Wilhelm Meisters Wanderjahren"): "Die Frage: 'Woher hat's der Dichter?' geht auch nur aufs Was; vom Wie erfährt niemand etwas!" Aus Weilands Arbeit erfahren wir etwas Reelles über dieses "Wie".

Geschrieben in einer klaren und lesbaren Sprache; abwägende Argumentation; der ruhige Ton hebt sich vorteilhaft ab von einem gereizten Ton, der leider auch in der Büchner-Forschung verbreitet ist.

 
 
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© Alfons Glück 2001   -   www.buechner-goethe.de